Manifest des KopfQuerulanten
1. Über den Kopf
Ich bin der Raum zwischen Gedanken und Gefühl.
Ich bin kein Gefäß, das man füllt, ich bin ein Ort, der sich weitet.
Ich bin das Flimmern zwischen Zweifel und Erkenntnis,
ein menschliches Echo, das lernen musste, seiner eigenen Stimme zu lauschen.
Ich denke nicht in Linien.
Ich denke in Windungen.
Und ich erlaube mir, im Denken zu stolpern.
2. Über das Querulieren
Ich bin kein Rebell, weil es schick ist.
Ich bin ein Rebell, weil die Wahrheit leise ist
und zu oft überhört wird.
Das Querulieren ist meine Sprache,
die Unruhe mein Motor.
Ich kämpfe nicht gegen die Welt,
ich kämpfe gegen das Schweigen in mir.
Ich stelle Fragen, die mich aus dem Schlaf reißen.
Ich gebe Antworten, die mich selbst nicht schonen.
Ich verweigere das Einfache,
nicht aus Trotz, sondern aus Ehrlichkeit.
3. Über die Wege
Ich gehe Wege ohne Karte.
Nicht, weil ich den Weg nicht kenne,
sondern weil die Karten der anderen
nicht meine Landschaft zeigen.
Ich akzeptiere das Verlaufen.
Ich feiere das Wiederfinden.
Ich weiß:
Verirrung ist kein Fehler, sie ist ein Kapitel.
Jeder Schritt ist ein Gedanke.
Jede Abbiegung eine Entscheidung.
Jede falsche Richtung ein Spiegel.
4. Über die Kunst
Ich mache keine Lieder.
Ich mache Türen.
Ich schreibe nicht, um zu gefallen.
Ich schreibe, um zu befreien.
Mich, und vielleicht auch dich.
Ich bin überzeugt:
Kunst ist kein Produkt.
Kunst ist ein Zustand.
Eine Begegnung.
Ein Zwischenruf im Lärm der Tage.
Und meine Musik ist ein Flüstern, das bleibt,
wenn alles andere laut wird.
5. Über das Scheitern
Scheitern ist der ungeschliffene Rohstoff des Menschseins.
Ich schäme mich nicht dafür,
dass meine Kanten sichtbar sind.
Ich lehne Perfektion ab,
weil sie ein Deckmantel ist.
Authentisch ist nur,
was noch etwas wehtut.
Ich erhebe das Unfertige
zum Bestandteil meiner Identität.
6. Über die Menschen
Ich schreibe für die Suchenden,
für die Stillen,
für die Zweifelnden,
für jene, denen man sagte,
dass sie „zu viel“ sind.
Ich schreibe für die,
die nachts wach liegen,
weil ihre Gedanken noch nicht schlafen wollen.
Für die, die den Mut haben,
ihre Narben nicht zu verstecken.
7. Über mich
Ich bin KopfQuerulant.
Ich bin der, der nicht aufhört zu fragen.
Ich bin der, der stur weitergeht,
auch wenn der Boden bröckelt.
Ich bin der,
der gegen den eigenen Schatten läuft
und ihn irgendwann umarmt.
Ich bin die Widersprüchlichkeit,
die sich Musik nennt.
Der Zweifel, der Klang wurde.
Ich bin unterwegs immer.
Ohne Karte.
Aber nicht ohne Richtung.